Megaman NT Warrior - Chaos in DenTeck City

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    • Megaman NT Warrior - Chaos in DenTeck City

      Eine etwas längere FF von mir. Gehört eigentlich zum Thema Halloween, aber ich poste sie trotzdem mal. :)
      Sie hat nur ein Kapitel, ist aber etwas länger, darum werde ich sie in mehreren Posts veröffentlichen. Wem dann alles auf einmal zu viel ist, kann zwischendurch Pause machen.

      Teil 1:


      Ein scheinbar ganz gewöhnlicher Tag in
      DenTech City. Es ist der 31. Oktober 6 Uhr morgens und trotz der
      Frühe haben sich Lan und seine Freunde sowie Chaud in den Cylabs
      versammelt, da Dr. Hikari ihnen etwas neues zeigen wollte. Ein neues
      Programm für die Netnavis. Genau genommen soll es ein Testlauf sein.
      Unter den Freunden befindet sich auch ihre neue Freundin Yuna, die
      gerade erst nach DenTech City gezogen ist und das erste Mal die
      Cylabs sieht.Besonders aufällig sind ihre langen, blonden Haare, die
      sie zu zwei Zöpfen geunden hat. Obwohl sie erst 2 Monate in der
      Stadt ist, hat sie es irgendwie fertig gebracht Bass so zu
      bearbeiten, dass er sich tatsächlich in ein PET sperren lies und nun
      bei ihr ist. Allerdings folgt er immer noch eher eigenen Willen und
      bringt Yuna so oft zur weißglut, was die anderen nur mehr als lustig
      finden.


      Dr. Hikari ist gerade mit den letzten
      Vorbereitungen fertig geworden. „Klingt eure Netnavis nun in den
      Rechner ein.“ „Ja.“ Mit einer kurzen Handbewegung ziehen alle
      einen Stecker aus ihren PETs und stecken diese in einen dafür
      vorgesehen Anschluss. Nur Sekunden später finden sich die Netnavis
      im Computersystem der Cylabs wieder. „Ich bin mal gespannt, was
      Lans Vater für uns hat.“ Aufgeregt sieht sich Megaman um, in der
      Hoffnung vielleicht etwas zu entdecken. Protoman schüttelt nur den
      Kopf. „Was für ein Kindskopf. Hat keine Geduld.“ Lan zeigt sich
      genauso ungeduldig. „Was ist es denn jetzt, Papa? Sag es mir.“
      „Nur Geduld, ihr werden es gleich sehen.“ Dr. Hikari gibt noch
      etwas in den Rechner ein und nur kurz darauf beginnt der Bildschirm
      hell zu leuchten. Mehrere, helle Lichstrahlen fliegen aus dem
      Bildschirm in den Raum und nur Sekunden später haben die Netops ihre
      eigenen Netnavis vor sich stehen. Alle Anwesenden, Netnavis
      eingeschlossen, reiben sich ungläubig die Augen. Lan ist der erste,
      der seine Stimme wiederfindet. „Megaman? Bist du das wirklich?“
      „Ich glaube schon, aber was machen wir hier draußen?“ „Bessere
      Frage, wie kommen wir hier her?“, mischt sich nun auch Protoman
      ein. Dr. Hikari räuspert kurz. „Das ist unser neuestes Programm.
      Ein Portal, welches es ermöglicht Netnavis in die reale Welt zu
      holen. Wenn es einwandfrei funktioniert, dann könnte es bald auf
      jedem PET und von jedem Computer verwendet werden.“ „Das ist ja
      irre.“ Lan fast Megaman auf die Schulter um auch ganz sicher zu
      gehen, dass dieser real ist. Chaud lässt sich natürlich keine
      Aufregung anmerken, doch Yai ist ganz aus dem häuschen und lässt es
      sich nicht nehmen Glyde in die Arme zu schließen. Tori geht in die
      Knie um auf einer Höhe mit Iceman zu sein. Einzig Yuna steht etwas
      einsam neben Bass, der ihr keinen Blick schenkt. Schließlich ist es
      auch Yuna, die sich an Dr. Hikari wendet. „Bekommt man sie auf dem
      gleichen Weg auch wieder in das Computersystem?“ „Natürlich und
      dort sollte ich sie auch erstmal wieder zurückschicken. Ihr musst
      gleich los zur Schule.“ Lan zieht einen Schmollmund. „Ach, Papa.
      Können sie nicht noch ein bisschen draußen bleiben?“ „Wir
      können sie ja nach der Schule nochmal rauslassen. Jetzt müssen sie
      aber zurück in ihre PETs.“ Nach einer erneuten Eingabe beginnt der
      Bildschirm wieder zu leuchten, doch leider hört es auch gleich
      wieder auf und die Netnavis bleiben wo sie sind. Stattdessen blinkt
      auf dem Bildschirm groß ERROR. Dr. Hikari kommt ins Schwitzen. „Das
      sollte eigentlich nicht passieren.“ Nochmal versucht er das
      Programm zu starten, wieder mit dem gleichen Ergebniss. Lan setzt ein
      breites Grinsen auf. „Sieht so aus, als müssten sie noch eine
      Weile hier bleiben.“ Yuna lässt unterdessen ihren Blick auf die
      Uhr schweifen. „Ich will euch ja nicht unterbrechen, aber
      vielleicht sollten wir uns langsam auf den Weg zur Schule machen,
      wenn wir nicht zuspät kommen wollen.“ Die anderen stimmen ihr zu
      und Lan hat auch schon die nächste glänzende Idee. „Hey, Leute.
      Heute ist doch Halloween. Also können wir unsere Netnavis auch
      mitnehmen, ohne das sie groß auffallen würden.“ „Was? Wir
      können sie doch nicht mit zur Schule nehmen. Einige von ihnen würden
      sicher ein heilloses Chaos anrichten!“, wendet Yuna ein während
      sie aus dem Augenwinkel Bass beobachtet, der immer noch in eine
      andere Richtung guckt. Dr. Hikari stimmt ihr mit einem Nicken zu.
      „Außerdem kennen sie die reale Welt überhaupt nicht. Sie bleiben
      hier bei mir, während ich das Programm repariere. Wenn ihr aus der
      Schule kommt sind sie vermutlich schon wieder im Computersystem.“
      „Oh man.“ Lan zieht ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter
      während die anderen sich von Dr. Hikari verabschieden und Lan hinter
      sich her zerren.


      Teil 1 Ende
    • Teil 2:


      Auf dem Schulweg trennen sich die Wege
      einiger, da Chaud auf eine andere Schule geht und Tori und Yuna in
      andere Klassen gehen. Während der ersten beiden Stunden hat Yuna
      Mathe. Dieses Fach konnte sie noch nie leiden und so ist sie mit
      einer entsprechend nicht vorhandenen Aufmerksamkeit dabei. Während
      gerade ein anderer Schüler versucht eine Aufgabe an der Tafel zu
      lösen sieht sie verträumt aus dem Fenster. Der Himmel ist
      wolkenlos, Die Sonne scheint hell. Trotzdem ist es kühl draußen.
      Der Hof ist leer und Bass sitzt auf dem Dach des Nachbargebäudes und
      sieht zu ihr..... Moment! Ungläubig sieht Yuna nochmal zum Dach
      rüber, doch dort ist nichts. „Da war doch gerade noch Bass... Ach,
      so einen Unsinn. Der ist doch in den Cylabs bei Dr. Hikari. Da hat
      mir sicher nur meine Fantasie einen Streich gespielt.“ Sie sieht
      sich kurz in der Klasse um, aber keiner sieht so aus, als hätte er
      gerade ein Gespenst in Form eines Netnavis in der realen Welt
      gesehen. „Dieser Netnavi macht mich noch verrückt. Jetzt verfolgt
      er mich schon, wenn er gar nicht bei mir ist.“ Die Stimme des
      Lehrers reißt sie aus ihren Gedanken. „Yuna, würdest du bitte
      nach vorne kommen und diese Aufgabe lösen?“ „Äh, ja klar.“
      Etwas zögerlich geht sie zur Tafel. Sie hasst es wie die Pest, wenn
      sie sich vor die Klasse stellen muss um eine Aufgabe zu lösen. Mit
      hochrotem Kopf versucht sie sich zu konzentrieren während sich die
      Blicke ihrer Mitschüler in sie hineinbohren. „Jetzt nur nicht
      nervös werden.“, richtet sie in Gedanken an sich selbst. Dieses
      Mal lässt sie ein lautes Poltern im Gang erstarren. Empört über
      diese laute Störung geht der Lehrer auf den Gang und erstarrt. Nun
      können die anderen Schüler ihre Neugier nicht mehr zügeln und
      gehen ebenfalls zur Tür, ein paar zur hinteren und ein paar zur
      vorderen, wie Yuna. Auch die anderen Klassen sehen verwundert nach
      draußen. Irgendjemand fand es wohl witzig eine Scheibe einzuschlagen
      und die Splitter sind auf dem ganzen Gang zerstreut. Die Stimmen der
      Schüler sind laut dem Gang zu hören als sich einige Lehrer
      entfernen um den Hausmeister darüber zu informieren. So auch Yunas
      Lehrer. Während sie ganz auf den Gang geht um sich genauer anzusehen
      schnappt sie einige Gespräche der anderen Schüler auf. „Wer kommt
      denn auf so eine Idee?“ „Hast du auch gehört? Ein Junge aus der
      Nachbarklasse soll gerade von der Toilette gekommen sein als das
      passiert ist. Er soll wohl ein Junge in einem Kostüm gewesen sein.
      In voller Montur mit Helm und Umhang.“ „Der bekommt sicher großen
      Ärger.“ „Kommt der überhaupt von unserer Schule?“ „Also ich
      habe gehört, der soll von einer Schülerin vorhin auf dem Dach
      gesehen worden sein.“ Urplötzlich wird Yuna schneeweiß im
      Gesicht. „Oh nein, lass es bitte, bitte nicht Bass sein.“ Schnell
      zieht sie sich in den nun leeren Klassenraum zurück und schließt
      vorsorglich die Türen. Dann öffnet sie das Fenster und sieht nach
      draußen. Der Lärm vom Gang wird noch lauter als der Schulleiter
      kommt um sich den Schaden anzusehen. „Komm raus, Bass! Ich weiß,
      dass du da bist!“ Nichts. Yuna atmet erleichtert aus. „Sieht so
      aus, als hätte ich mich doch geirrt. Ein Glück.“ Sie will gerade
      wieder das Fenster schließen, als sie ein poltern über ihrem Kopf
      auf dem Dach hört. Schnell sieht sie nach oben und sieht leider
      genau das, was sie befürchtet hatte. „Bass! Was zum Teufel machst
      du hier!? Du solltest doch bei Dr. Hikari in den Cylabs bleiben!“
      Sie tritt ein paar Schritte zurück und Bass kniet sich auf den
      Fensterrahmen. „Was soll das, Bass? Wie hast du überhaupt hier her
      gefunden?“ „Das war nicht sonderlich schwer und du glaubst ja
      wohl nicht, dass ich stundenlang bei einem Menschen bleibe.“
      „Hallooo, ich bin auch ein Mensch.“ Darauf gibt Bass keine
      Antwort. „Wieso hast du eigentlich das Fenster kaputt gemacht?“
      „Das war ein Versehen. Reg dich nicht auf.“ „Ich soll mich
      nicht aufregen?! Hör zu...!“ In diesem Moment geht die Tür auf.
      Voller Panik stellt sich Yuna vor Bass um ihn zu verbergen. Ihre
      Mitschüler kommen rein. „Hey, Yuna. Wir sollen wegen des kaputten
      Fensters den Track räumen. Wir haben die zweite Stunde frei
      bekommen. Ist das nicht cool?“ „Äh... Ja, klar. Voll cool.“
      Sie spürt, wie Bass sich hinter ihr in ihre Richtung bewegt und
      versucht ihn davon abzuhalten. „Warum bist du denn so nervös,
      Yuna?“ „Ich? Nervös? Wie kommst du denn darauf?“ Ihr bricht
      der Schweiß aus, als Bass hinter ihr im Klassenraum landet, immer
      noch auf knien und für die anderen nicht sichtbar. Fragt sich nur,
      wie lange noch. Dann endlich ist der Klassenraum wieder leer.


      Teil 2 Ende
    • Teil 3:


      Erleichter geht Yuna ein paar Schritte
      vor und Bass erhebt sich wieder. „Was sollte das? Ich hatte
      eigentlich keine Lust nähere Bekanntschaft mit deinem Rücken zu
      machen.“ Sie dreht sich zu Bass. „Wenn du nicht gleich leise
      bist, dann machst du noch mit etwas ganz anderem von mir
      Bekanntschaft!“ „Du schreist hier doch durch die Gegend.“ Yuna
      atmet einmal tief durch. „Jetzt sag mir, warum du gerade hierher
      gekommen bist.“ „Mir war langweilig.“ „Deswegen stellst du
      meine Schule auf den Kopf?“ „Ich sagte doch, es war ein
      Versehen.“ „Wie kann man ausversehen ein Fenster einschlagen?“
      „Euer Dach ist verdammt rutschig, weist du das eigentlich?“ „Dann
      warst du das doch vorhin auf dem Dach!“ „Ja, du solltest mal was
      gegen deine Wutausbrüche tun. Sonst bekommst du üble Falten.“
      „Ich könnte dich... Du kannst hier nicht bleiben. Ich habe noch
      bis heute Nachmittag Unterricht. Wenn dich die anderen sehen, dann
      haben wir ein großes Problem. Du solltest überhaupt nicht hier
      sein.“ „Fällt dir auch mal was neues ein.“ „Du musst auf der
      Stelle zurück zu den Cylabs.“ „Das geht nicht.“ „Wieso? Du
      hast doch auch hierher gefunden.“ „Und wenn ich nicht zurück
      will?“ „Ich kann dich hier nicht verstecken und wenn dich die
      Lehrer in die Finger kriegen und herausfinden, dass du das Fenster
      zerstümmert hast, dann haben wir beiden ein großes Problem.“ „Du
      redest immer nur von Problemen. Freu dich doch mal, dass ich hier
      bin.“ „Wie soll ich mich freuen?“ Yuna atmet nochmal tief
      durch. „Da gut, du kannst hier bleiben, aber halte dich versteckt
      bis mein Unterricht zuende ist. Niemand darf dich sehen. Und wehe du
      stellst noch mehr an. Du hast für heute genug Aufsehen erregt. Weist
      du eigentlich wie peinlich das gerade war dich zu verstecken? Die
      anderen müssen ja jetzt sonst was über mich denken.“ „Yuna...“
      „Schon gut, ich reg mich ab. Aber verspricht mir, das du keinen
      Unsinn machst.“ „Na gut.“ „Sag es mir.“ „Mh, versprochen.
      Jetzt glücklich?“ „Halt dich auch daran. Wenn sie dich
      erwischen, dann werde ich dir nicht helfen.“ Ohne einen weiteren
      Kommentar und mit einem eher genervten Gesichtsausdruck verschwindet
      Bass wieder durch das Fenster. „Hoffentlich geht das mit ihm gut.“


      Als Pause ist trifft sie sich mit Lan
      und Maylu im Innenhof. „Was? Bass ist hier?“ Ungläubig sieht Lan
      Yuna an. „Ja, und er hat das Fenster im oberen Track C zerstört.
      Angeblich war das ein Versehen.“ „Und du hast ihm erlaubt hier zu
      bleiben?“ Auch Maylu sieht ziemlich erstaunt aus. „Ich habe
      gesagt er kann hier bleiben, wenn er nichts anstellt.“ „Das geht
      doch nicht, Yuna! Er kann nicht hier bleiben!“ Das laute Geschrei
      von Lan zieht einige, fragende Blicke auf die kleine Gruppe. Sofort
      hält Yuna ihm den Mund zu und flüstert ihm zu: „Ja, schrei noch
      laut heraus, dass ein Netnavi in dieser Schule sein unwesen treibt.
      Man, werden die begeistert sein.“ „Tut mir leid, Yuna.“ „Ich
      hoffe nur, das er kein Blutbad anrichtet.“, mischt sich nun auch
      Maylu wieder ein. „Ich auch, Maylu. Eigentlich hört er aber auf
      mich.“ Lan verschränkt die Arme vor der Brust. „Ich finde es
      aber ganz schön unfair, dass Bass hier sein darf, aber die andere
      nicht.“ Yuna wirft ihm einen vorwerfenden Blick zu. „Eigentlich
      sollte er auch nicht hier sein. Er hat sich einfach aus dem Staub
      gemacht. Dr. Hikari sucht ihn sicher schon.“ „Ich werde ihn mal
      über das PET in Kenntniss setzen, dass Bass hier ist. Vielleicht
      kann er ihn abholen.“ „Gute Idee.“ Daraufhin verschwindet Lan
      um die nächste Ecke. Maylu wendet sich wieder Yuna zu. „Und du
      glaubst wirklich, dass er nichts anstellen wird?“ „Na ja, ich
      hoffe es. Freiwillig wollte er nicht zurück zu den Cylabs gehen und
      ich kann nicht einfach die Schule schwänzen.“ „Und was hast du
      mit ihm vor, wenn der Unterricht vorbei ist?“ „Das weis ich noch
      nicht genau. Vermutlich werde ich ihn erstmal mit nach Hause nehmen
      und von dort dann zurück in die Cylabs bringen. Was anderes wird mir
      nicht übrig bleiben. Zum Glück ist heute Halloween, da wird er
      nicht zu sehr auffallen, hoffe ich.“


      Teil 3 Ende
    • Teil 4:


      ach der Pause im Geschichtsunterricht
      ist Yunas Konzentration ganz bei ihrer Aufgabe. Gruppenarbeit steht
      auf dem Programm um einige Aufgaben selbstständig zu erarbeiten.
      Doch Yunas Gruppe kommt nicht wirklich zum Arbeiten, denn die drei
      anderen Mädchen haben etwas scheinbar viel interessanteres zu
      bequatschen. „Habt ihr schon gehört? Jemand aus der Nachbarklasse
      soll einen seltsam gekleideten Jungen gesehen haben, und zwar auf dem
      Dach.“ „Du meinst der, der auch das Fenster kaputt gemacht hat?“
      „Ja.“ „Aber wie soll der denn auf's Dach gekommen sein? Es gibt
      keine Dachfenster und die Tür zum Dach ist immer verschlossen.“
      Yuna beginnt etwas nervös auf einen Zettel zu schreiben, was mehr
      als gekritzel aus. Hoffentlich würden sie ihn nicht als Netnavi
      enttarnen. Das währe der Untergang. „Ich hab gehört, es soll nur
      ein blöder Halloweenstreich gewesen sein.“ „Ist es nicht noch
      ein bisschen früh dafür? Das macht man doch erst, wenn es dunkel
      ist.“ „Vielleicht ist er ja sogar von unserer Schule.“ „Der
      Unterrichtsausfall vorhin war jedenfalls ganz nett.“ Yuna kommt ein
      bisschen ins Schwitzen. Nur gut, dass sie es besser weiß. „Du,
      Yuna? Was hälst du davon?“ Yuna lässt ihren Stift fallen und
      beginnt nur noch mehr zu schwitzen. „Wie bitte?“ „Was du von
      diesem seltsamen Jungen hälst.“ „Äh, also....“ Eine kurze
      Stille legt sich über die Gruppe. Etwas verlegen wendet Yuna den
      Blick ab und sieht aus dem Fenster. „Vielleicht wollte er nur mal
      die Schule aufmischen.“ Was besseres viel ihr auf die Schnelle
      nicht ein. Hoffentlich würden sie nicht weiterfragen. Eines der
      Mädchen verschränkt die Arme vor der Brust. „Das ist ja schön
      und gut, aber deswegen muss man kein Fenster kaputt machen. Irgendwas
      stimmt da doch nicht.“ Plötzlich wendet sich ein Junge aus einer
      der anderen Gruppen zu ihnen. „Also, ich hab den auch gesehen. Auf
      dem Dach meine ich, aber nur ganz kurz.“ Yuna muss sich an der
      Rückenlehne festhalten um nicht vom Stuhl zu fallen. Die Mädchen
      wirken etwas empört. „Hast du etwa unser Gespräch belauscht?“
      Der Junge setzt ein fieses Grinsen auf. „Wenn ihr noch ein bisschen
      laute redet, dann macht ihr den Lehrer auf euch aufmerksam, wie kann
      man das dann überhören?“ „So, und du hast ihn gesehen? Warum
      hast das nicht früher gesagt?“ „Mich hat keiner gefragt.
      Irgendwie kam er mir auch bekannt vor. Ich bin sicher, ich habe ihn
      schonmal woanders gesehen.“ Am liebsten würde Yuna jetzt im
      nächsten Loch verschwinden. Natürlich hatte er ihn schon gesehen,
      schließlich war er der erste, der ihren neuen Netnavi gesehen hatte.
      Hoffentlich würde er nicht darauf kommen, wo er ihn gesehen hat. „Er
      hat mich irgendwie an einen Netnavi erinnert.“ „Ach spinn nicht
      rum, es gibt keine Netnavis in der realen Welt.“ „Nein, aber
      vielleicht hat er sich als einer verkleidet.“ Jetzt ist alles aus.
      Yuna wird schneeweiß im Gesicht und sinkt auf ihrem Stuhl zusammen.
      Eines der Mädchen tippt ihr auf die Schulter. „Yuna, geht es dir
      nicht gut?“ Sie schüttelt sehr langsam den Kopf. „Vielleicht
      solltest du lieber nach Hause gehen.“ Wieder schüttelt sie langsam
      den Kopf. Das konnte doch nicht wahr sein. Da lässt man diesen
      Netnavi für ein paar Stunden aus den Augen und schon steht ihre
      ganze Welt auf dem Kopf. Was kommt als nächstes? Einen Auftritt in
      den Nachrichten, weil die Stadt kopfsteht? Sie muss ihn unbedingt zu
      den Cylabs zurückbringen. Immer noch ziemlich weiß im Gesicht setzt
      sie sich wieder gerade hin. „Vielleicht sollte ich doch nach
      Hause.“


      Kurz vor dem Schultor bleibt Yuna
      nochmal stehen. In der Hoffnung, dass sie niemand sehen wird. „Okay,
      beruhige dich Yuna. Wie finde ich jetzt am besten Bass, ohne das sie
      mich erwischen?“ „Indem du dich umdrehst.“ Die andere Stimme
      lässt Yuna hochfahren und erstmal nach hinten umfallen. Bass hockt
      auf einer der beiden großen Säulen am Schultor. „Hoppla.“ Mit
      einem leichten Satz landet er direkt neben Yuna. „Lebst du noch?“
      Immer noch geschockt aber ziemlich wütend springt Yuna wieder auf.
      „Hast du den Verstand verloren? Nein ,warte. Wer keinen hat, kann
      ihn auch nicht verlieren!“ „Was rastest du so aus? Mich hat
      keiner gesehen.“ „Nein, da oben warst du auch nicht zu
      übersehen.“ „Du hast mich doch auch nicht gesehen.“ „Ich war
      auch aufgeregt. Jeder andere hätte dich sicher bemerkt!“ „Wenn
      du noch lauter schreist kommen sie dieses mal sicher nicht wegen mir
      raus.“ „Ich...! Du...! Ach egal, komm mit. Wir gehen erstmal zu
      mir nach Hause, das liegt direkt auf dem Weg zu den Cylabs. Du darfst
      Dr. Hikari übrigens selbst sagen, warum du abgehauen bist.“ „Was
      für ein liebevoller Netop.“


      Bei Yuna angekommen lässt sie sich
      erstmal erschöpft auf das Sofa im Wohnzimmer fallen. Auf dem Weg
      hierher wurden sie von jedem angestarrt, der ihnen begegnet ist. Zum
      Glück ist aber keinem aufgefallen, dass Bass gar kein Kostum trägt.
      Dieser zieht es auch scheinbar lieber vor auf der Fensterbank zu
      sitzen als auf dem Sofa. Zum Glück würde ihre Mutter erst heute
      Abend wiederkommen und bis dahin sollte er längst wieder in seinem
      PET sein.


      Teil 4 Ende
    • Teil 5:


      Nur wenig später kommen die beiden
      endlich bei den Cylabs an. Endlich konnten alle aufatmen und Bass war
      mehr als beleidigt. Etwas später kommen auch Lan und die anderen
      sowie Chaud zu den Cylabs. Allerdings nicht mit dem gewünschten
      Ergebniss, denn die Netnavis befinde sich noch immer in der realen
      Welt, das Programm streigt weiter und es sieht nicht so aus, als
      würde das Problem heute behoben werden. So drückte sich zumindest
      Dr. Hikari aus. Also blieben die Netnavis abermals in den Cylabs
      zurück, während sich ihre Netops für die bevorhstehende
      Gruselnacht bei sich Zuhause bereit machen wollen. Die Kostume müssen
      hergerichtet werden. Wenn nötig muss der ein oder andere noch
      Geschminkt werden. Chaud muss unter Zwang der anderen in ein Kostum
      gesteckt werden. Die Tüten und Taschen für die Süßigkeiten müssen
      hergerichtet werden. Und noch so andere anfallende Kleinigkeiten.
      Schon bald beginnt es draußen dunkel zu werden und die Netnavis, die
      noch immer in den Cylabs darauf warten ins Netz zurückzukehren,
      werden langsam aber sicher sehr unruhig. In einem unachtsamen Moment
      von Dr. Hikari machen sie sich in Führung von Bass, wem sonst, aus
      dem Staub.


      Gegen 7 Uhr Abends in der Nähe des
      Stadtrands. Lan und die anderen hatten sich dort verabredet und zum
      Erstaunen aller ist sogar Lan dieses Mal pünktlich. Alle haben ein
      anderes Kostum an. So war es abgesprochen, damit keine doppelten
      Kostume vorhanden sind. Gemeinsam machen sie sich nun auf den Weg um
      Süßigkeiten zu ergattern. Nicht weit von den Cylabs ist eine etwas
      andere Gruppe unterwegs. Protoman hat vielsagend die Arme vor der
      Brust gekreuzt. „Ich finde immer noch, dass das eine blöde Idee
      ist. Wir sollten zurückgehen.“ Bass lässt sich davon sichtlich
      wenig beeindrucken. „Mach dir nicht in die Hosen. Das ist besser,
      als die ewige Warterei vereint mit Nichtstun. Das ist die perfekte
      Zeit. Yuna meinte um diese Uhrzeit würde uns keiner mehr erkennen,
      weil die Menschen alle in Kostumen oder sowas rumlaufen.“ „Dafür,
      dass dich die Menschen nicht interessieren weist du aber ganz schön
      viel darüber.“ Der Sarkasmus seitens Protoman ist nicht zu
      überhören. „Ach, halt die Klappe.“ Roll legt sich nachdenklich
      die Hand unter das Kinn. „Was genau wollen wir jetzt eigentlich
      machen?“ „Wie währe es mit Süßes oder Saures?“ Ein paar
      fragende Augen richten sich auf Megaman. „Na ja, so hat Lan das
      jedenfalls genannt. Man geht von Tür zu Tür und klingelt und wenn
      jemand aufmachen sagt man Süßes oder Saures. Dann bekommt man
      Süßigkeiten.“ Abermals verschränkt Protoman seine Arme vor der
      Brust. „Wir sind doch nicht im Kindergarten. Das ist eine blöde
      Idee.“ Bass verdreht die Augen. „Du findest doch alles blöd. Vor
      allem wenn dein herumkommandierender Netop nicht da ist.“ „Wie
      bitte!?“ „Du hast mich schon verstanden.“ „Ich könnte
      dich...“ „Ganz ruhig Protoman.“ Roll stellt sich
      vorsichtshalber zwischen die beiden. Megaman streckt einen Arm in die
      Luft. „Also abgemacht, gehen wir.“ Bass zieht eine Augenbraue
      hoch. „Ich kann mich nicht erinnern zugestimmt zu haben.“ „Jetzt
      sei kein Spielverderber, niemand hier wird uns erkennen.“ Damit
      packt Roll Bass am Arm und zieht ihn hinter Megaman her. Protoman
      folgt der Gruppe als letztes mit einem etwas größeren Abstand.


      Nur wenig später steht die seltsame
      Truppe vor einem Haus in einer eigentlich sehr ruhigen Wohngegend.
      „Das ist doch bescheuert, ihr seit nicht im Kindergarten.“
      Protoman steht zusammen mit Bass noch immer an der Straße und beide
      sehen zu, wie sich die anderen an der Klingel zu schaffen machen.
      Zwei kurze Töne sagen ihnen, das es geklingelt hat. Ein ziemlich
      finster dreinblickender Kerl öffnet die Tür. „SÜßES ODER
      SAURES!“ „Ich hab nichts, versucht euer Glück woanders.“ Er
      dreht sich um und schließt die Tür. Bass kann sich ein fieses
      Grinsen nicht verkneifen. „War wohl nichts mit Süßigkeiten, was?“
      Megaman winkt ab. „Wenn es keine Süßigkeiten gibt, dann spielt
      man dem einen Streich. Macht auch Spaß.“ „Was für einen
      Streich?“ Megaman überlegt kurz. „Also, Lan hat gesagt, dass man
      das Haus dann mit Klopapier bewirft. Manche machen es auch mit rohen
      Eiern.“ Protoman stempt die Hände in die Hüfte. „Ihr habt
      beides nicht, also könnte ihr euren Streich vergessen.“ „So ein
      Mist, daran habe ich gar nicht gedacht.“ „Währe auch was neues,
      wenn du mal an etwas denken würdest.“ „Hey! Lan vergisst
      vielleicht mal öfter was, aber ich nicht.“ „Ist ja gut.“ „Mh,
      dann überlegen wir uns doch etwas anderes.“ „Und was?“

      Teil 5 Ende
    • Teil 6:


      30 Minuten später stehen sie vor ihrem
      Ergebnis. Megaman sieht zufrieden aus. „Wer hätte gedacht, dass
      man mit ein paar einfachen Sachen sowas machen kann.“ „Wer hätte
      gedacht, das dein Verstand sowas zustande bringen würde.“ Megaman
      wirft einen etwas säuerlichen Blick zu Bass. „Von dir kam
      jedenfalls keine brauchbare Idee.“ Roll hätte sich beinahe die
      Hand ins Gesicht geklatscht. „Gibt es auch noch etwas anderes als
      Streiten das ihr könnt?“ Stille macht sich breit als alle Blicke
      Richtung Roll wandern. „Was? Lasst uns weitergehen, bevor uns noch
      jemand erwischt.“


      Auf der anderen Seite der Stadt haben
      die Netops schon ein paar Süßigkeiten eingeheimst. Lan, der in
      einem eher peinlichen Fledermauskostum unterwegs ist, ist bereits
      dabei ein bisschen zu naschen. „Ich hoffe, dass es unseren Netnavis
      nicht zu langweilig wird in den Cylabs.“ Yuna, die sich für ein
      Hexenkostum entschieden hat, sieht ein bisschen besorgt aus.
      „Langweilig ist gut, ich hoffe sie stellen nichts an.“ „Ach,
      was sollen sie schon anstellen.“ Lan steckt sich noch ein Bonbon in
      den Mund. „Bass ist schonmal einfach abgehauen. Was ist, wenn er
      die anderen jetzt dazu anstiftet auch mitzugehen? Sie würden die
      ganze Stadt auf den Kopf stellen.“ „Jetzt reg dich nicht auf. Das
      wird bestimmt nicht passieren.“


      In der Zwischenzeit haben auch die
      Netnavis ein paar Süßigkeiten ergattert. Bis auf Protoman verleiben
      sich alle die Beute erstmal ein während sie nachdenken, was sie als
      nächstes machen. Protoman sieht ihnen eher mit einer gewissen
      Skepsis zu. „Bei euch verstehe ich das ja noch, aber wieso machst
      du mit Bass? Ich dachte, du fändest das auch blöd?“ „Das Spiel
      finde ich auch blöd, aber zu Süßigkeiten sag auch ich nicht ein.“
      „Oh man, bin ich der einzige Vernünftige hier? Ihr habt jetzt
      euren Spaß gehabt. Wir sollten zurück zu den Cylabs gehen.“
      Megaman schiebt sich noch ein Bonbon in den Mund. „Wieso? Es wird
      doch jetzt erst richtig lustig. Keine Sorge, wir kommen schon
      rechtzeitig zurück.“ „Ach, macht was ihr wollt, ich gehe jetzt
      jedenfalls zurück.“ Bass dreht sich zu ihm um. „Ich wusste doch,
      dass du kneifen würdest. Du bist ein ängstliches Hünchen, sonst
      nichts.“ Protoman bekommt eine leichte Röte um die Nase. „Das
      stimmt überhaupt nicht! Ich habe nur keine Lust Ärger zu bekommen!
      Dr. Hikari hat bestimmt schon längst mitbekommen, dass wir nicht
      mehr da sind!“ „Ich widerstehe gerade der Versuchung dir wie ein
      Huhn hinterherzugackern.“ „Ich habe keine Angst!“ „Dann hast
      du auch keinen Grund warum du jetzt schon zurückgehen solltest.
      Entspann dich mal ein bisschen.“


      „OH MEIN GOTT!“ Lan und die anderen
      stehen vor einem Haus, das von oben bis unten mit Farbe bemalt ist.
      Hier ist mal ein bisschen Blau und daneben ein bisschen Rot, darüber
      ist noch ein kleiner Klecks Gelb. So sieht das ganze Haus runder
      herum aus, bedeckt mit allen möglichen Farben. Yuna legt den Kopf
      schief. „Ich verstehe ja, das Halloween ist, aber das geht ein
      bisschen weit. Wer macht den sowas?“ „Keine Ahnung. Wie haben sie
      die Farbe überhaupt so hoch bekommen. Selbst das Dach ist voll.“
      Ungläubig lässt Lan seinen Blick über das ganze Haus schweifen.
      „Ich glaube, bei denen brauchen wir nicht mehr klingeln.“


      Teil 6 Ende
    • Teil 7:


      „Das nenne ich mal eine Mutprobe.“
      Protoman setzt ein fieses Grinsen auf. Nachdem der Streit zwischen
      Bass und ihm weiterging, haben sie sich auf eine Mutprobe geeinigt.
      Nun stehen sie vor einem großen Friedhof. Durch die nun abgefallene
      Temperatur hat sich etwas Nebel gebildet. Bass hebt eine Augenbraue.
      „Wieso ausgerechnet der Gang über einen Friedhof? Das ist doch
      einfach. Dafür braucht man wirklich keinen Mut.“ Der Rest der
      Truppe hinter ihnen schlottert ganz schön am Körper. „Also ich
      würde das an eurer Stelle nicht machen. Lan hat gesagt, dass an
      Halloween die Toten für eine Nacht auferstehen.“ Bass dreht sich
      zu Megaman. „Das ist doch wohl nicht dein ernst. Tote können nicht
      wieder auferstehen und Geister gibt es auch nicht. Es ist ein
      einfacher Gang über einen zur Zeit nicht besuchten Friedhof.“
      „Also mich kriegen da keine 10 Viruse hin.“ „Dann wartet eben
      hier auf uns.“ Roll klammert sich an Bass Arm. „Ihr könnt uns
      doch nicht einfach hier alleine lassen!“ „Megaman, würdest du
      bitte deine Freundin von mir runterzerren?“ Ein paar Sekunden
      später reibt sich Bass seine Arm. „Du hast einen verdammt festen
      Griff.“ Protoman verschränkt die Arme vor der Brust. „Dann also
      nur wir zwei. Das wird lustig.“ „Vor allem, wenn du schreiend
      davon läufst.“ „Das wirst dann wohl eher du tun.“ Gegenseitig
      böse Blicke zuwerfend betreten sie den Friedhof und sind schon bald
      aus dem Blickfeld der anderen verschwunden während der Nebel immer
      dichter wird.


      „Weg!? Was soll das heißen sie sind
      weg?!“ Dr. Hikari geht einen Schritt zurück während Yuna ihn
      anfaucht. „Ich wollte nach ihnen sehen und da waren sie nicht mehr
      da.“ Maylu legt nachdenklich ihre Hand unter das Kinn. „Jetzt
      wissen wir zumindest, wer das Haus von oben bis unten bemalt hat.“
      „Wir müssen sie finden, bevor sie nochmehr anstellen!“ Yuna
      läuft an den anderen vorbei und nach draußen. Die anderen folgen
      ihr, bemühnt sie wieder einzuholen.


      Protoman und Bass laufen langsam den
      Weg entlang, der einmal über den Friedhof und wieder zurück führt.
      Bis auf das Geräusch einer Eule ist es totenstill. Vor ein paar
      Minuten noch so gelassen haben beide nun einen etwas besorgten
      Gesichtausdruck, versuchen es aber vor dem anderen zu verbergen. Ein
      leichter Wind lässt die schon teilweise nackten Äste der Bäume hin
      und her bewegen. Ein paar Blätter fliegen durch die Luft,
      fortgetragen durch den Wind. Der Nebel hat sich noch weiter
      verdichtet und man kann nur noch ein paar Meter weit etwas sehen.
      „Wie ein gemütlicher Abendspaziergang.“ Protomans Stimme zittert
      doch ein bisschen. „Ich sagte doch, es ist nichts dabei nachts über
      einen Friedhof zu gehen. Hier gibt es nichts, wovor man sich fürchten
      müsste.“ Bass sieht sich dabei etwas nervös um. Ein Knacken
      hinter ihnen lässt beider herumfahren. „Hast du das auch gehört,
      Bass?“ „Das war sicher nur der Wind. Da ist irgendein Ast
      abgebrochen. Lass uns weitergehen.“ Beide setzen ihren Weg fort,
      nicht ohne sich weiterhin nervös umzusehen.


      Vor dem Friendhof stehen Megaman und
      die anderen. Roll legt den Kopf schief. „Ist euch eigentlich mal
      aufgefallen, dass der Nebel nur über dem Friedhof liegt? Findet ihr
      das nicht auch merkwürdig?“ Im selben Moment werden sie aus ihren
      Gedanken gerissen. „Da seit ihr ja!“ Die Truppe um Lan bleibt vor
      den Netnavis stehen. Yuna setzt sofort ein ernstes Gesicht auf. „Ich
      hoffe, ihr habt eine gute Ausrede!“ „Bass ist schuld, er hat uns
      angestiftet.“, schießt es sofort aus Roll. Doch Yunas ernster
      Blick versteift sich plötzlich. „Sagt mal, wo sind eigentlich
      Protoman und Bass?“ „Die sind wegen so einer blöden Wette auf
      den Friedhof gegangen.“ Megaman zeigt auf den Weg hinter ihnen, der
      direkt in den Friedhof führt. Yuna verdreht die Augen. „Wieso
      überrascht micht das nicht. Der Friedhof ist groß. Die finde wir
      nicht so schnell, wenn wir reingehen. Am besten warten wir, bis die
      beiden Idioten wieder rauskommen.“


      Teil 7 Ende
    • Letzter Teil:


      Die Hälfte der Strecke haben Protoman
      und Bass nun hinter sich. „Wie lange es wohl noch dauert, bis wir
      das Ende erreicht haben?“ „Angst, Protoman?“ „So ein Quatsch,
      aber die anderen warten auf uns.“ Wieder ertönt hinter ihnen ein
      knacken, gefolgt von einem seltsamen, gequälten Heulen. Beide drehen
      sich schlagartig um, können aber durch den Nebel nichts erkennen.
      Wieder ist alles totenstill. Selbst der Wind hat aufgehört. Trotzdem
      scheint es noch kälter geworden zu sein. „Glaubst du immer noch,
      dass das der Wind war, Bass?“ „Klar, es gibt keine Geister.“
      „Na ja, wenn man bedenkt, dass es gerade vollkommen windstill ist.“
      „Vielleicht war es auch ein streunendes Tier. Du bist ja wirklich
      nervös. Du hast Angst, gibt es zu.“ „Ich hab keine Angst!“
      „Dann gehen wir also weiter.“ Als die beiden den Weg weitergehen
      bemerken sie nicht die weiße Gestalt hinter ihnen. „Findest du es
      nicht auch plötzlich so kalt, Bass?“ „Ich muss zugeben, ein
      bisschen kalt ist mir jetzt auch. Liegt wohl am Nebel.“ „Du
      findest wohl für alles einen Grund.“ „Ach bitte. Es gibt für
      alles eine logische Erklärung.“ „Du versuchst dir das bloß
      einzureden, weil du Angst hast, Bass.“ „Wenn hier einer Angst
      hat, dann du. Wer von uns denkt denn ständig, dass hier etwas nicht
      stimmt. Du bist paranoid.“ Ein heftiger Wind von hinten lässt die
      beiden wieder zum Stehen kommen und ein lautes Stöhnen einer
      weiblichen Stimme erfüllt die Luft. „Und wie erklärst du dir das,
      Bass?“ „Vielleicht liegt hier ja irgendwo ein Päärchen im
      Busch.“ „Du und dein Humor.“ „Eine andere Erklärung hab ich
      auch nicht.“ Wieder dieses Stöhnen, doch dieses Mal direkt hinter
      ihnen. „Okay, vergiss was ich eben gesagt habe, Protoman.“ Schwer
      schluckend drehen sich die beide Netnavis langsam um. Doch hinter
      ihnen ist nichts zu sehen. Dieses Mal platzt Bass der Kragen.
      „Verdammt! Wer immer du bist, komm raus!“ Nichts passiert.
      „Vielleicht haben wir uns das auch nur eingebildet, Bass. Den
      Menschen spielt die eigenen Fantasie auch manchmal einen Streich.“
      „Lass uns hier verschwinden, bevor ich mich vergesse.“ Sie drehen
      sich gerade um, als es wieder hinter ihnen knackt. Sofort drehen sie
      sich zurück und augenblicklich verschwindet jede Farbe aus ihren
      Gesichtern. Ein kleines Stück hinter ihnen steht eine weiße
      Frauengestalt. Man kann nichts genaues erkennen, aber ein Kleid weht
      im nun neu auftretenden Wind und das Geheule setzt wieder ein. „Na,
      hast du dafür auch eine Erklärung, Bass?“ „Nein.“


      „Wo bleiben die beiden denn so lange?
      Sie müssten eigentlich schon längst zurück sein. Verlaufen können
      sie sich nicht. Wobei man das bei den Beiden natürlich nie sagen
      kann.“ Ein lauter Schrei der beiden genannten reißt sie aus ihren
      Überlegungen. Maylu schlägt sich die Hände vor den Mund. „Oh
      Gott, ist etwa etwas passiert?“ „Mh.“ Yuna läuft nun selbst
      den Weg entlang und den beiden Netnavis entgegen. Die anderen zögern
      erst, laufen ihr dann aber doch hinterher. Yuna wird jedoch recht
      schnell gestoppt als sie in jemanden reinläuft. Beide fallen nach
      hinten. „Aua, was zum...“ Die Antwort erübrigt sich, als sie
      Bass vor sich liegen sieht. Protoman steht daneben. Auch der Rest
      stoßt nun zu den dreien. Yuna rappelt sich auf, während Bass
      scheinbar ohnmächtig am Boden liegenbleibt. „Was ist denn
      passiert? Ihr seht aus, als hättet ihr einen Geist gesehen.“ „Das
      haben wir auch! Er...!“ Protoman dreht sich um, aber hinter ihnen
      ist nichts. „Er war gerade noch hinter uns.“ Yuna verschränkt
      die Arme vor der Brust. „Willst du mich veralbern? Es gibt keine
      Geister.“ „Aber ich schwöre dir, wir haben einen gesehen! Es
      ware eine Frau die weiß geleuchtet hat, von oben bis unten!“ „Ich
      glaube ihr habt euch in eurer Angst was eingebildet.“ „Aber wir
      haben auch das Stöhnen und Schreien gehört! Das war keine
      Einbildung!“ Yuna versucht den noch immer ohnmächtigen Bass wieder
      aufzuwecken, ohne Erfolg. „Ich sage dir, ihr habt euch aus Angst
      etwas eingebildet. Wir bringen euch jetzt zurück zu den Cylabs. Dr.
      Hikari hat das Programm nämlich wieder in Gang bekommen. Helft mir
      Bass zu tragen. Der kommt wohl so schnell nicht wieder zu sich.“
      Gemeinsam verlassen sie den Friedhof. Doch keiner bemerkt die weiße
      Gestalt, die ihnen hinterhersieht.


      Am nächsten Morgen scheint alles
      wieder beim Alten zu sein. Die Netnavis sind wieder in ihren PETs.
      Doch es geht zur Zeit durch den Nachrichten, das einige Häuser
      letzte Nacht verwüstet wurden. Dazu gehört ein Haus, das von oben
      bis unten mit Farbe bemalt war, ein Vorgarten, der in die Luft
      gesprängt wurde, Ein Haus dessen Dach spurlos verschwunden ist und
      noch mehr solcher kuriosen Geschichten. Das war ein Halloween, das
      DenTech City nicht so schnell vergessen wird und einige Netnavis
      ebenfalls nicht.


      Ende