Obon-Festival

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    • Obon-Festival

      Gestern Abend habe ich auf Kibo eine Special-Sendung über das Obon-Festival gesendet. Ihr bekommt jetzt hier noch einmal alle Infos zum Nachlesen, und dann dürft ihr auch gern über das Fest plaudern. ;)

      OBON-FESTIVAL

      Kulturzeit auf Kibo.FM: Während ihr diese Sendung hört, ist ein Großteil Japans am Feiern, denn in diesen Tagen findet das Obon-Fest statt. Oder auch nur Bon-Fest, denn das vorangestellte "o" gehört nicht wirklich zum Namen, sondern ist ein so genanntes Honorativpräfix, also eine aufwertende Vorsilbe. Das Obon-Fest ist also sozusagen das ehrwürdige Bon-Fest.

      Obon ist ein japanisch-buddhistischer Feiertag, der der Ehrung verstorbener Seelen dient. Das Fest fand in der Kanto-Region rund um Tokyo traditionell vom 13. bis 16. Juli statt, im restlichen Japan einen Monat später im August - und inzwischen haben auch große Teile Kantos das Fest in den August verlegt, weil es dann in die Schulferien fällt.

      Obon wurde von dem britischen Professor Basil Hall Chamberlain auch als "Laternenfest" bezeichnet, und das nicht ohne Grund: Die Festplätze sind mit leuchtenden Lampions dekoriert, und am letzten Tag des Festes lässt man kleine Lichter auf Holzbooten den Fluß hinab treiben, um so den Seelen ihren Weg nach Hause zu weisen - diese Tradition wird als Toronagashi bezeichnet.

      Seine Ursprünge hat Obon im hinduistischen Divali-Fest, das mit der traditionellen Avalambana verschmolzen wurde - das ist die Speisung der Hungergeister, so genannte Presta. Der Name "Obon" geht auf das alt-indische Wort "ullambana" zurück (wobei ich persönlich keine Gemeinsamkeiten erkennen kann, aber ich kann auch weder Japanisch noch Alt-Indisch, vielleicht liegt's daran). Jedenfalls bedeutet "ullambana" so viele wie "kopfüber in der Hölle hängen und leiden", was dem Schicksal der Hungergeister entspricht. Einmal im Jahr jedoch dürfen die Hungergeister das Totenreich verlassen, und durch die Speisung wollte man an diesem Tag ihr Leiden verringern.

      Während der westlichen Jin-Dynastie, das war zwischen 265 und 316, gelangte die Tradition von China aus nach Japan. In China feiert man das Fest noch heute als "Zhong yuan jie" (Fest der Hungergeister), es wird am 15. Tag des 7. Monats nach dem chinesischen Mondkalender begangen, das ist meist der erste Vollmond im August. Der gesamte Monat wird außerdem als "Gui yue", als Geistermonat bezeichnet.

      Vor allem Großfamilien nutzen Obon auch als Wiedervereinigung: Die Familienmitglieder, die teilweise im ganzen Land verteilt leben, kehren zum Obon zurück in ihren Heimatort, um gemeinsam die Gräber ihrer Vorfahren zu besuchen.

      Das eigentliche Festival begehen die Menschen weitgehend tanzend. Diese Tradition geht auf Moggalana, einen Schüler Buddhas, zurück: Er sah in einer Vision seine verstorbene Mutter im Königreich der Hungergeister. Er fragte Buddha, wie er seine Mutter befreien könne, und bekam als Antwort, er solle am 15. Juli ein großes Fest für die letzten sieben Generationen feiern. Der Schüler tat, wie ihm geheißen, und konnte seine Mutter tatsächlich befreien - worauf er vor Freude zu tanzen begann.

      Die Musik, die für die Tänze am Obon-Fest verwendet wird, sind die so genannten Ondo, eine Art japanische Volksmusik. Alle Ondo haben mehr oder weniger den gleichen traditionell angehauchten Rhythmus, dennoch gibt es heute sehr viele verschiedene Ondo. Viele von ihnen gehören auch zu den OSTs populärer Animes. So gibt es etwa das Pokémon-Ondo, das Doraemon-Ondo, das Hunter-Ondo oder auch das flotte Naruto-Ondo. Vor allem in den 60er und 70er Jahren wurden Ondo vermehrt als Anime-Openings eingesetzt. Es gibt aber natürlich auch Ondo ohne Anime-Bezug, populär ist beispielsweise das Hanagasa Ondo aus der Yamagata-Präfektur. Und man muss auch sagen, dass heutzutage nicht mehr ausschließlich Ondo zum Obon-Tanz genutzt wird, sondern auch andere traditionelle Volksmusik und vereinzelt sogar westliche Hits.
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