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Der Kibo.FM Film-Tipp: "Death Note"

26. August 2017 | Autor: Kari

Der Kibo.FM Film-Tipp: "Death Note"

Information

Laufzeit:  100 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Regie: Adam Wingard
Vorlage: Mangareihe „Death Note“ von Takeshi Obata, Tsugumi Ohba
Streaming-Plattform: Netflix

 

Hauptdarsteller: Willem Dafoe, Nat Wolff, Lakeith Stanfield

Vor fünfzehn Jahren begann alles mit der erfolgreichen Mangaserie. Es folgte eine Animeadaption, die nicht minder erfolgreich war. Und um den ganzen Hype um die Story von Ryuk, L, und Light abzurunden gab es noch Live-Action-Adaptionen.

Nun hat sich Netflix also den Stoff genommen und daraus ein US-Remake gezaubert. Adam Wingard, der schon mit dem Blair Witch Film zeigte, wie subtiler Horror funktioniert, führte Regie.


Handlung

Light Turner fällt das „Death Note“ praktisch vor die Füße. Ein schäbiges, abgeranztes, in Leder gebundenes Notizbuch. Light ist nicht sofort klar, was das für ein Buch ist, aber er beschließt es erstmal einzustecken. Als er nachsitzen muss tritt Totengott Ryuk auf den Plan. Der imposante, unheimliche Gott erklärt Light, dass er mit diesem Buch die Macht besitzt, Menschen zu töten. Er kann Todeszeitpunkt und Art und Weise bestimmen, wie ein Mensch stirbt. Dafür muss er nur den Namen kennen und das Gesicht der Person vor Augen haben.
Nach und nach wird Light bewusst, was dieses „Death Note“ alles ermöglicht und gemeinsam mit seiner Freundin Mia kümmert er sich um die „Bösen“. Er gibt sich den Namen Kira und sein Ziel ist es, die Menschheit vor den Kriminellen und Bösewichten zu beschützen.
Er wird gefeiert wie ein Held, aber nicht von allen. Die Polizei und Privatermittler L geben alles, um Kiras Identität herauszufinden.


Fazit

(Vorsicht, ein wenig Spoiler)

Ein solider Thriller ist hier entstanden. Aber eines sollte man auf keinen Fall mit diesem Film tun. Man sollte ihn nicht mit dem Manga oder dem Anime vergleichen, denn dann verliert dieser Film auf ganzer Linie.

Die Rolle des Lights, gespielt von Nat Wolff, ist im ganzen anders angelegt, als man es kennt. Er ist nicht der Überflieger und das Genie. Er ist eher der Außenseiter und das Mobbingopfer der örtlichen Highschool. Seine Mutter kam bei einem Autounfall ums Leben, sein Vater, der Ermittler bei der Polizei ist, hat Lights Meinung nach nicht genug dafür getan, den Unfallverursacher einzusperren.

Alles in allem ist der Charakter jedoch für diese Adaption passend abgewandelt und so verwundert es auch nicht, dass die erste Handlung nicht etwa für das Allgemeinwohl geschieht, sondern das der arme Teenager seine Flamme Mia spektakulär mit einer sehr detailverliebten Enthauptung beeindrucken will.
Wenn man den Film weiterschaut, fallen mehr und mehr Unterschiede, vor allem im Charakterdesign, auf.

Aber wie zu Anfang erwähnt, sollte man versuchen, sich vom Original einfach zu lösen und dem Film eine faire Chance zu geben.
Dann findet man alles, was einen guten Thriller-, Horror- und Splattermovie ausmacht. Die „Mord“-Szenen setzen sehr auf blutige Effekte und klatschende, schmatzende Geräusche, da muss man, zugegeben, eine Naht abkönnen. Aber die Brutalität, die Light da so ins Death Note schreibt, sind ja auch kein Kindergeburtstag und deswegen wirklich gut umgesetzt.

Vor allem beeindruckt ein überragender William Dafoe, der durch Motion-Capture Todesgott Ryuk darstellt. Das Design entspricht der Mangavorlage zwar nicht zu 100%, dennoch ist dieses dunkle Monster mit den gelben, leuchtenden Augen wirklich herausstechend und fügt sich in den Film ein, als würde es ihn wirklich geben. Schade das Ryuk im Luafe des Films eher zur Nebenfigur mutiert, der nur noch wenig bis gar nicht in den Szenen erscheint.

L wird von Keith Stanfield gespielt. Ihm gelingt es, seine Rolle wirklich überzeugend herüberzubringen. Körperhaltung und Gestik scheinen aus dem Manga herausgesprungen zu sein. Ein kleiner, exzentrischer Querdenker, der seine ganz eigenen Gründe hat, dem selbsternannten Gott Light auf die Spur zu kommen. Sogar wenn L seine Maske aufhat, erkennt man seine doch schon an den Wahnsinn grenzenden Charakter.

Der Film hat vieles, was positiv zu erwähnen ist und was ihn auf jeden Fall sehenswert macht.
Doch eines geht in dem Actionstreifen leider unter. Alle Moralvorstellungen oder Tiefgang bleibt völlig außen voll. Und gerade bei dem Thema „Gut“ und „Böse“ sollte dieses, egal wie nah man einen Film an eine Vorlage anlehnt, wenigstens anklingen lassen, das dieses Thema nicht so einfach ist.
Stattdessen wirkt der Film an einigen Stellen schon fast gewaltverherrlichend.

Alles in allem bleibt zu sagen, der Film weiß zu unterhalten und alle Actionfilm-Liebhaber und Fans von Horror und Thriller werden diesen Film in jedem Fall mögen. Er ist rasant, voll mit Verfolgungsszene, die richtige Menge Blut spritzt und das übliche Katz-und-Maus-Spiel ist spannend.
Alle Hardcore-Fans von Death Note werden den Film wahrscheinlich eher skeptisch sehen oder vielleicht sogar zerreißen.

Es bleibt wahrscheinlich Geschmackssache und jeder sollte sich sein eigenes Bild machen. Aber einen Blick riskieren sollte man auf jeden Fall.

Viel Spaß beim Schauen!


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